Infos zur Stadt Allahabad

Infos zur Stadt Allahabad

Allahabad – ist nicht nur eine der ältesten Städte Indiens sondern auch eine der heiligsten Pilgerstätten Indiens.  Hier vereinen sich die Flüsse Ganges und Yamuna sowie der Sarasvati. Der Sarasvati ist ein „unsichtbarer“ Fluss, welcher aus der mythologischen Vorstellung des Hinduismus entstanden ist. Bis heute ist auch nicht erwiesen ob es den Sarasvati Fluss gibt oder ob er nur der Phantasie entsprungen ist. Da sich hier die drei Flüsse treffen wird die Stadt auch Triveni Sangam genannt. Das bedeutet übersetzt so viel wie „Vereinigung von drei Strömen“. Doch das ist nicht der einzige Beiname den die Stadt hat. Der alte Name Prayag, was übersetzt „Opferstätte“ heißt wird auch heute noch von Hindus für religiöse Zusammenhänge verwendet.

Zahlen und Fakten zu Allahabad

Ihren heutigen Namen Allahabad hat die Stadt im Jahr 1583 aus dem Persischen erhalten. Denn Persisch war die Sprache die am Hof des damaligen Regenten, dem Mogulkaiser Akbar, gesprochen wurde. Übersetzt man llah und –abad bedeutet es so viel wie „die Stadt Gottes“.Allahabad liegt rund 700 km südlich der Hauptstadt Delhi, im Bundesstaat Uttar Pradesh. Mit rund 1,1 Millionen Einwohnern ist die Stadt nach europäischem Maßstab nicht gerade klein. Jedoch für indische Verhältnisse auch nicht übermäßig groß. So landet die Stadt nach der Volkszählung im Jahr 2011 lediglich auf Platz 36 aller indischen Städte. Der überwiegende Teil der Bevölkerung (76 %) gehört dem Hinduismus an. Eine gute Infrastruktur macht die Anreise per Flugzeug, Bahn oder Auto geradezu zu einem Kinderspiel.

Geschichte

Die ersten geschichtlichen Erwähnungen über Allahabad gibt es bereits in altindischen Texten die zwischen dem 4. Jahrhundert vor Chr. bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. verfasst wurden. Im 7. Jahrhundert  fand die Stadt Erwähnung durch den chinesischen Pilger Xuanzang. Er titulierte Prayag (Allahabad) bereits damals als wichtiges hinduistisches Heiligtum. Später wurde die Stadt von den Muslimen eingenommen, die bis ins 18.Jahrhundert die Stadt prägten und ihr auch ihren heutigen Namen Allahabad gaben.  Nach dem Sturz der Mogulherrscher haben im Jahr 1801 die britischen Kolonialherren die Stadt übernommen. Die Briten machten Allahabad rund 56 Jahre später zur Hauptstadt ihrer nordwestlichen Provinzen, bis zur Unabhängigkeit im Jahr 1947.

Götterfiguren aus dem Hinduismus
Götterfiguren aus dem Hinduismus

Religiöse Bedeutung

Sowohl der Yamuna Fluss als auch der Ganges werden im Hinduismus als heilige Flüsse verehrt und da sich die beiden in Allahabad vereinen, wird die Stadt als besonders heiliger Ort angesehen. Dadurch erlangte die Stadt schon seit frühester Zeit einen besonderen Ruf als wichtiger hinduistischer Pilgerort von großer religiöser Bedeutung.  Allahabad wird daher auch liebevoll Tirth Raj genannt, was übersetzt „König der Pilgerstätten“ bedeutet.  Am Zusammenfluss der beiden Flüsse, zu denen sich auch der „unsichtbare“ Fluss Sarasvati gesellt, dem sogenannten Triveni Sangam, findet alle 12 Jahre das wohl größte Pilgerfest der Welt statt, das Kumbh Mela. Laut einer groben Schätzung zufolge sollen im Jahr 2013, als die letzte große Kumbh Mela in Allahabad stattfand, rund 90 Millionen Pilger die Stadt besucht haben.

Allahabads Kumbh Melas

Die Ardh Kumbh Mela ist die sogenannte „halbe Kumbh Mela“ und wird alle sechs Jahre gefeiert.  Alljährlich findet dagegen die kleinere Magh Mela statt. Die Termine der Kumbh Mela werden astronomisch genau errechnet und dauern bis zu 55 Tage. Während dieser Zeit pilgern Massen an gläubigen Hindus, Schaulustige und eine Schar indischer Mönche oder auch Sadhus genannt,  in die Stadt und sorgen für eine unvergessliche Stimmung. Die Millionen Menschen werden dann in Zeltstätten untergebracht, die wie Pilze aus dem Boden sprießen. Sie alle kommen um den Prozessionen beizuwohnen, an Debatten, spirituellen Sitzung teilzuhaben und natürlich um ein Bad im Fluss zu nehmen. Denn das soll zur Kumbh Mela besonders verheißungsvoll sein und mehr als üblich von den Sünden reinigen und den Kreislauf der Wiedergeburt durchbrechen. Dies gilt sowohl für den Badenden selbst als auch für seine Vorfahren.

Zeltcamps zum Kumbh Mela Fest in Allahabad
Zeltcamps zum Kumbh Mela Fest in Allahabad

Sehenswürdigkeiten Allahabads

Doch nicht nur zum Kumbh Mela Fest lohnt sich ein Besuch Allahabads, denn auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten locken das ganze Jahr über an.

Allahabad Fort

Das massive Allahabad Fort ist im Jahr 1583 am Ufer des Yamuna Flusses vom damaligen Herrscher Akbar errichtet worden. Es ist dem Roten Fort in Agra nachempfunden und dennoch architektonisch einzigartig. Denn auch wenn es den zu dieser Zeit üblichen Fortanlagen ähnelt so erkennt man an der Anlage auch Züge europäischer Bastionen.  Große Freiflächen, die zu Schieß- und Exerzierübungen dienten, der Jodhabai-Palast, der Patalpur Tempel, Frauengemächer, Stallungen und vieles mehr werden von den dicken Mauern des Forts umschlossen.

Pilger am Eingang des Forts in Allahabad
Pilger am Eingang des Forts in Allahabad

All Saints Kathedrale

Im späten 19.Jahrhundert errichtet wurde die All Saints Kathedrale, die ein beeindruckendes Zeugnis der Kolonialzeit darstellt. Der gotische Stil findet sich hier sowohl in der Fassade als auch im Inneren der Kirche wieder. Die beeindruckende Fassade wird von einem großen Rosettenfenster dominiert, wobei das Innere eher schlicht gehalten ist. Nur die farbenfrohe Glasfenster sowie der Marmor-Altar sorgen für den Wow-Effekt. Wer nicht nur die Fassade bestaunen möchte hat sonntags die Chance einen Blick in das Innere der All Saints Kathedrale zu werfen.

Gartenanlage Khusro Bagh

Hinter den Mauern von Khusro Bagh erwartet die Besucher neben einer wunderschönen Gartenanlage auch die vier Mausoleen Man-Bai, Khusrau, Nisar-Begum sowie Bibi-Tambolan. Sie wurden für Angehörige und Günstlinge der Mogulherrscher errichtet und sind im indo-islamischen Stil geprägt. Alle vier Mausoleen wurden auf einer quadratischen Grundplatte errichtet und sind je nach Baumeister mehr oder weniger üppig verziert. Das kleinste Mausoleum ist das vom Hofkünstler Aqa Reza errichtete Man-Bai-Mausoleum. Es ist mit Blendfenstern und einem Dach im bengalischen Stil verziert.

Allahabad Museum und Allahabads Tempel

Neben dem Allahabad Museum, das mit Gemälden, archäologische Artefakten, Skulpturen und Photographien die vielseitige Geschichte Indiens zeigt, locken auch zahlreiche Tempel. So beispielsweise der ISKCON Allahabad, der Shree Akhileshwar Mahadev, der Mankameshwar Tempel, dem Hatkeshwar Nath Tempel, dem Nag Vasuki Tempel und noch viele mehr.

Universtität of Allahabad

Einen Abstecher lohnt auch die Universität of Allahabad. Sie ist eine der drei staatlichen Hochschulen Allahabads. Die Universität wurde als vierte Universität des Landes im Jahr 1887 von William Muir gegründet, während der Zeit der britischen Kolonialherrschaft in Indien. Eine besondere Augenweide ist hier das sogenannte Muir Gebäude in welchem heutzutage der mathematische Fachbereich untergebracht ist.

Allahabad Karte mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten
Allahabad Karte mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten