Infos zur Stadt Haridwar

Infos zur Stadt Haridwar

Haridwar – das Tor zu Gott, gilt als einer der heiligsten Orte Indiens. Seit Jahrhunderten ist die Stadt ein Zentrum der hinduistischen Religion und Mystik. Direkt am Ufer des Flusses Ganges (Ganga) gelegen, an den Ausläufern des mächtigen Himalaya Gebirges. Langsam bahnt sich hier der Ganges seinen Weg durch die nordindischen Berge, bis er in die flachen Ebenen kommt und dann in den Golf von Bengalen mündet.

Ganges fließt durch die Hügellandschaften des Himalaya

Zahlen und Fakten zu Haridwar

Alle 12 Jahre findet in Haridwar an den Ufern des heiligen Flusses Ganges ein großes religiöses Fest statt, das sich Kumbh Mela nennt. Die Städte Haridwar, Allahabad, Nashik und Ujjain veranstalten die Kumbh Mela alle drei Jahre im Wechsel, jeweils im Zwölfjahresrhythmus. Die letzte Kumbh Mela in Haridwar fand im März/April 2010 statt. Haridwar liegt rund 215 km nördlich der Hauptstadt Dehli, im Bundesstaat Uttarakhand. Die Stadt hat rund 230.000 tausend Einwohner.

Anreise

Die Anreise nach Haridwar ist problemlos per Bus, Auto, Zug oder mit dem Flugzeug möglich. Während der nächstgelegene Flughafen Dehradun rund 50 km entfernt liegt ist der Bahnhof der Stadt ideal im Zentrum gelegen.

Namensgebung

Haridwar bedeutet übersetzt „Das Tor zu Gott“ und ist Ausgangspunkt vieler Pilgerfahrten in den Himalaya, nach Badrinath, Yamuntri, Kedarnath und Gangotri. „Hari“ steht übersetzt für „Gott Vishnu“ während „Hara“ für den Gott Shiva steht. Auf Grund dieser unterschiedlichen Namensinterpretationen ist Haridwar sowohl für Anhänger des Gottes Vishnu als auch des Gottes Shiva ein beliebter Anziehungspunkt.

Statue von Gott Shiva in einem Tempel in Haridwar
Statue von Gott Shiva in einem Tempel in Haridwar

Geschichte und Mythologie

In den Ebenen vor den Toren Haridwars teilt sich der Ganges in sieben Ströme, die sich dann in der Stadt wieder vereinen. In der Mythologie des Hinduismus stehen diese sieben Ströme für die sieben Rishis des alten Indiens. Rishis sind sogenannte Seher oder Denker. Ihnen verdanken wir den Hinduismus. Denn über Jahrhunderte hinweg haben verschiedene Rishis den Hinduismus erschaffen und geprägt. Durch Sie entstanden die Veden, die den Ursprung des Hinduismus begründen. Veden sind eine Sammlung an Texten über verschiedene Mystiken und Philosophien.

Kumbh Mela in Hardiwar

In der Indischen Mythologie gibt es die berühmte Geschichte vom Quirlen des Milchozeans. In dieser Geschichte wollen die Götter und Dämonen gemeinsam den Unsterblichkeitstrank „Amrita“ erzeugen. Zunächst produzierten sie das Gift „Halahala“ welches die ganze Welt zu vernichten drohte. Der Gott Shiva trank das Gift um es zu neutralisieren. Als die Götter und Dämonen einen Krug gefüllt mit Amritar erschaffen hatten entbrannte ein Streit um den Trank. Dabei wurden vier Tropfen verschüttet. Diese vier Tropfen vielen auf die Erde und dort befinden sich heute die 4 Orte Haridwar, Allahabad, Ujjain und Nashik. Alle vier Orte gelten daher als besonders heilig und sind Austragungsort des „Fest des Kruges“ oder auch Kumbh Mela genannt.

Religiöse Bedeutung

Nicht nur das alle zwölf Jahre stattfindende Kumbh Mela Fest macht Haridwar zu einer beliebten Pilgerstätte. Auch die zahlreichen Tempel die auf den Hügeln entlang des Ganges stehen, ziehen jedes Jahr unzählige Pilger an. Die Hauptreligion in Haridwar ist der Hinduismus. Der begehrteste Tempel ist der Hari-ki-Pauri, wo sich auch ein Fussabdruck des Gott Vishnus befinden soll. Der Tempel ist direkt am Ganges gelegen und ein Bad soll hier als besonders reinigend gelten, da die Gläubigen davon ausgehen, dass sich hier im sogenannten Brahmakund die himmlischen Wasser im Ganges vereinen.

Hari-ki-Pauri Ghat in Haridwar
Hari-ki-Pauri Ghat in Haridwar

Sehenswürdigkeiten

Das recht beschauliche Haridwar verfügt über zahlreiche Tempel die einen Besuch lohnen. Doch nicht nur die zahlreichen Tempel locken auch Ausflüge in die Umgebung versprechen Abwechslung pur. So lohnt sich beispielsweise auch ein Abstecher in die „Yogahauptstadt der Welt“ Rishikesh. Rishikesh ist nicht nur für Yoga bekannt sondern auch für seine zahlreichen Ashrams, wie dem berühmten Beatles-Ashram. Hier haben die Beatles sich erholt, meditiert und neue Inspiration für Ihre Musik gefunden.

Beatles Ashram in Rishikesh
Beatles Ashram in Rishikesh

Hari-ki-Pauri

Neben einem Tempel ist der Hari-ki-Pauri auch ein großes Badeghat an dem Pilger ihre rituellen Waschungen im Ganges zelebrieren. Allabendlich findet hier auch eine Aarti-Zeremonie statt. Bei dem hinduistischen Ritual wird das Licht einer Kerze, sowie Blumen, den verschieden Gottheiten geopfert. Diese werden dann zu gesungenen Lobliedern feierlich in kleinen Schiffchen in den Ganges gesetzt.

Aarti Zeremonie am Hari-ki-Pauri Ghat in Haridwar
Aarti Zeremonie am Hari-ki-Pauri Ghat in Haridwar

Mansa-Devi-Tempel

Der Tempel ist der Gottheit Shiva geweiht und thront rund 300 Meter oberhalb der Stadt auf dem Berg Bilva Parvat. Benannt ist der Tempel nach Shivas Tochter Mansa Devi. Man kann den Tempel sowohl zu Fuss als auch mit einer Seilbahn erreichen. Gläubige besuchen dem Tempel um für die Erfüllung Ihrer Wünsche zu beten. Dazu binden Sie bunte Fäden an die Zweige eines Baumes, der sich im Inneren des Tempels befindet.

Bharat Mata Mandir

Der Tempel liegt rund 6 km nördlich von Haridwar und ist der meistbesuchteste Tempel der Region. Der Bharat Mata Mandir ist der Mutter Indien Tempel und ist der Göttin Bharat Mata geweiht. Bharat Mata steht für „Aryavarta“, dem sogenannten Mutterland des Hinduismus. Der Tempel ist von Swami Satyamitranand Giri gegründet und im Jahr 1983 von Indira Gandhi eingeweiht worden. Der Tempel gleicht mit seinen acht Stockwerken eher einem Hochhaus, doch lohnt allemal einen Besuch.

Rajaji Nationalpark

Abenteurer und Naturliebhaber finden hier in der bewaldeten Umgebung, speziell im Rajaji National Park, zahlreiche noch wild lebende Tiere und unberührte Natur. Der Park erstreckt sich über eine Fläche von 820 km² und ist Heimat der größten Elefantenpopulation Nordindiens. In den immergrünen Wäldern des Nationalparks findet man neben einer üppigen Vegetation auch Bengalische Tiger, Lippenbären, Axishirsche, indische Leoparden, Nilgauantilopen, Streifenhyänen, Wildschweine und Gorale. Der im Jahr 1984 gegründete Park ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderungen und Safaris.

Leopard im Rajiji Nationalpark in Indien
Leopard im Rajiji Nationalpark in Indien